10/04/14

Prüfungsstress

Die Zeit geht immer schnell rum. Und zwischen praktischen Unterrichtsstunden in Werken und Nähen, Feldarbeit und Sport geht es dann doch auch darum, Mathe, Englisch und Sozialkunde zu lernen. Da alles auf Englisch stattfindet, tun sich einige der Kinder schwer damit, die Fragen zu verstehen. Da hilft es dann auch nichts, die Antwort eigentlich zu wissen. Englisch wird zur Schlüsselkompetenz, die auch entsprechend intensiv trainiert wird. Gut, dass unser FSJler Janis gerade da ist und die Kinder so zusätzlich motiviert, viel Englisch zu sprechen. Das hilft. Auch seine Nachhilfestunden kommen gut an. Da wird nicht nur der Stoff wiederholt, sondern auch das Fragen stellen geübt. Damit tun sich viele Kinder nämlich auch schwer. Da gucken die Lehrer schon mal in viele leere Gesichter, die sich aber alle nicht regen, wenn zu Nachfragen aufgefordert wird. Zu Hause bei den Kindern wäre so was auch undenkbar gewesen. Nachfragen, eine eigene Meinung entwickeln, Erwachsene um etwas bitten oder eigene Schwächen einzugestehen war im häuslichen Umfeld für die meisten der Kinder undenkbar und teilweise sogar gefährlich. Daher müssen sie diese für uns selbstverständlichen Fähigkeiten erst lernen. Da setzt auch Fred, der Sozialarbeiter, immer wieder mit seinen Aktionen an: Selbstbewusstsein stärken. Für dortige Verhältnisse treffen wir dort auch auf sehr selbstsichere und offene Kinder und Jugendliche. Verglichen mit dem, was wir hier gewohnt sind, fällt die Leistung der Kinder und MitarbeiterInnen nur manchmal nicht direkt auf. Verglichen mit anderen (Schul-)Kindern wird dann deutlich, welche Veränderungen die Kinder durch die Erziehung, Betreuung und Bildung im home of happiness durchlaufen. Wunderbar zu sehen, wie da verantwortungsvolle, selbstbestimmte Mitglieder der Gesellschaft heranwachsen und die Angst vor sich und ihrer Zukunft ablegen. Da ist das Prüfungsergebnis dann auch nur noch halb so wichtig.