01/09/11

Hausbesuche als Schwerpunkt der diesjährigen Reise

Vom 14.08.2011 bis 31.08.2011 waren der Vorstand, vertreten durch Simone Zingel und Mathilde Dohle, die Beisitzerin Ingrid Brügging und Eva Kappenstiel als "Uganda-Neuling" zu Gast im Home of Happiness. Schwerpunkt der diesjährigen Reise waren Hausbesuche bei den Kindern. Da der Reisezeitraum in die Schulferien fiel konnten viele der Kinder bei ihren Herkunfts- oder Pflegefamilien oder entfernten Verwandten besucht werden. Dadurch erhielten die Reisenden einen tiefen Einblick in die üblichen Lebensverhältnisse der Kinder, die von Armut, Arbeit und katastrophalen hygienischen Zuständen geprägt sind. Die ausländischen Gäste wurden von den Familien stets herzlich willkommen geheißen und auch in die kleinste Hütte gebeten. Voller Stolz und Dankbarkeit berichteten Kinder und Angehörige von den schulischen Erfolgen und Entwicklungen der Kinder. Vor allem die praktischen Fertigkeiten wie Handwerken und Schneidern finden großen Anklang in den Dorfgemeinschaften: Die Kinder reparieren Dinge im Haushalt und verdienen teilweise sogar ein bisschen Geld dazu.
Ausnahmslos alle Kinder freuten sich auf das Ende der Ferien: schließlich konnten sie dann wieder auf 3 Mahlzeiten am Tag, ein Bett und Sicherheit bauen. Diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten sind es, die das Waisenzentrum vor Ort zu einem Vorzeigeprojekt machen und für die Kinder eine unglaubliche Verbesserung der Lebensbedingungen darstellen.
Vor allem die allgegenwärtigen Gefahren für Kinder wurden in diesem Jahr besonders in den Mittelpunkt der Reise gerückt. Vielen der Mädchen drohen im häuslichen Umfeld sexuelle Übergriffe, vielen der Kinder droht Obdachlosigkeit, weil sie allein mit ihrer Mutter auf dem Gelände der Familie des Vaters wohnen und von dessen Familie verstoßen werden, viele Kinder fürchten sich vor gewalttätigen Übergriffen alkoholisierter Verwandter, alle müssen in den Haushalten hart arbeiten, leben auf engstem Raum mit Mensch und Tier zusammen, haben keine sanitären Anlagen und fürchten in den Lehmhütten oft den nächsten Regen, der ihr Haus möglicherweise zerstört. Besonders schwerwiegende Traumatisierungen erfuhren Kinder, die in den Ferien von ihren verbliebenen Elternteilen oder Angehörigen ausgesetzt wurden. Es kam zu zahlreichen Neuaufnahmen im Centre, weil Kinder bei Nachbarn oder Verwandten zum Aufpassen abgegeben aber nie wieder abgeholt wurden.