15/03/13

Besuch in Uganda

Schwer bepackt mit unzähligen Koffern und Taschen, hart am Limit dessen, was wir überhaupt tragen konnten, geschweige denn mitnehmen durften, haben wir uns auf den Weg nach Uganda gemacht. Im Gepäck waren diesmal Laptops, die wir dank der Spendenbereitschaft vieler Menschen bekommen hatten. Damit konnten wir das neue Verwaltungsgebäude nun auch ausstatten. Wir haben uns also vor Ort die Zeit genommen, der Belegschaft die Computer zu erklären bzw. interne Lerngruppen zu bilden, damit die wenigen, die mit dem Computer umgehen können es ihren KollegInnen beibringen. Bislang übernimmt nämlich die FSJlerin Jule viele Schreibarbeiten. Aber an diesen Luxus soll sich das Team gar nicht erst gewöhnen, da Jules Zeit bald zu Ende ist.
Dank der guten Arbeit der ugandischen Solarfirma hat die Anlage auch unseren Großeinsatz in Sachen Technik ohne Probleme mitgemacht.
Viel größere Sorgen macht uns dagegen die Wasserversorgung. Nachdem die nahe gelegene Pumpe nun schon mehrfach repariert werden musste und die Wege zur Pumpe und zurück gerade in der Trockenzeit viel Zeit in Anspruch nehmen, haben wir uns intensiv mit Alternativen auseinander gesetzt. Die Wassertanks, die wir im Laufe der Jahre angeschafft haben, fangen fast alles Wasser der Dachflächen ab. Kurzfristig kann da 1 weiterer Tank sicherlich noch etwas helfen, aber der gesamte Wasserbedarf lässt sich leider nicht mit Wassertanks decken. Dafür wird zu viel Wäsche gewaschen, Essen gekocht, geduscht und gekocht. Wir haben also mit Geologen und Pumpenbauern nach Alternativen gesucht – angesichts der Lage auf dem Berg ist das allerdings nicht so einfach. Eine Wasserpumpe auf dem Gelände verspricht eine große Arbeitserleichterung, ist aber auch mit enormen Kosten verbunden. Wir müssen jetzt die weitere Analyse der Fachleute abwarten und dann eine Entscheidung treffen. Dabei haben wir aber ganz oben auf der Prioritätenliste, dass die Kinder weniger Zeit mit Wasser holen verbringen sollen und statt dessen mehr Zeit zum Fußball spielen, toben, lesen, schlafen etc. haben sollen.
So ein Tag im Waisenzentrum fängt nämlich früh an: um 5 Uhr klingelt der Wecker, 100 Kinder wachen auf, machen sich auf den Weg zu den Toilettenhäusern, waschen sich draußen kalt ab, ziehen sich an. Danach heißt es dann erstmal Wäsche waschen. Die Sonne ist allerdings noch nicht aufgegangen. Trotzdem werden schon Betten abgezogen oder Schuluniformen gewaschen. Danach geht es weiter zur ersten Runde Wasser holen. Im Gänsemarsch machen sich die Kinder auf den Weg zur Pumpe – auch noch im Dunkeln. Bei ihrer Rückkehr geht dann die Sonne auf und sie können kurz verschnaufen. Dann noch schnell den Schulhof und den Schlafsaal fegen und ab zum Morgenappell. Danach gibt`s dann erstmal Frühstück. Gestärkt starten sie dann ihren Unterrichtstag. Nach dem Mittagessen steht für die älteren Kinder dann noch Unterricht an, für die Jüngeren geht`s zu Sport und Spiel – und halt für alle noch 2 Mal zur Pumpe. Aber auch das läuft vorbildlich: Die Älteren sorgen dafür, dass die Kleinen als erstes an die Reihe kommen und schnell wieder nach oben zur Schule kommen. Untereinander achten sie darauf, dass keiner vordrängelt, schubst oder schimpft. Sie haben gut im Blick, wer wie lange wartet, wechseln sich mit dem Pumpen ab. In dem Pulk an der Pumpe wird zum Zeitvertreib gesungen oder geblödelt – dann geht die Zeit auch viel schneller rum.
Nach dem Abendessen ist dann zwischen 20 und 21 Uhr Schicht im Schacht: alle schlafen. Die Außenleuchten tauchen den Schulhof in schummriges Licht, das Radio spielt noch ein letztes Lied, der Wachmann dreht eine Runde über`s Gelände und dann kehrt Ruhe ein. Auch wenn dieser Tagesablauf für uns ungewohnt war, haben wir ihn doch zu schätzen gelernt. Schließlich waren auch unsere Tage mit einem vollen Programm gefüllt. Wir freuen uns, dass wir auch diese Reise erfolgreich abschließen konnten und berichten gern noch weiter.