06/03/12

Besuch im Center zu Beginn des Schuljahres

In der Zeit vom 1.2. bis 14.2.2012 besuchten wir, Georg und Mathilde, das Kalangala Center of Interest bei hochsommerlichen Temperaturen von 28 Grad und aufwärts.
Auf unserer Fahrt von Kampala nach Kalisizo deckten wir uns unterwegs an einem der Straßenmarktstände mit Bananen, Ananas und Tomaten ein. Wie sich herausstellte, eine gute Entscheidung, denn in der Region um Kalisizo herrschte absolute Dürre und die Ernten waren sehr schlecht ausgefallen bzw. war das Gemüse schon auf den Feldern verdorrt. In den folgenden 14 Tagen war unser Speiseplan sehr eingeschränkt – es gab abwechselnd Tomaten mit Kartoffeln, Tomaten mit Reis und morgens ein Ei. Das war`s. Es gab einfach nichts anderes vor Ort.
Die Kinder und das Team versorgten sich morgens mit Hirsebrei, mittags mit Maisbrei und Bohnen und abends nochmals mit Hirsebrei. Die ansonsten gewohnte Hauptnahrung Matooke (Kochbananen) gab es so gut wie gar nicht. In den Bananenplantagen hatte sich eine Pilzerkrankung ausgebreitet, die die Ernte fast vollständig zerstört hat.
Diese Situation wurde jedoch von allen mit einer großen Gelassenheit angenommen.
Ab dem 6. Februar kamen die Kinder aus den Ferien zurück und freuten sich sichtlich alle wieder zu treffen. Es bildeten sich sofort die bekannten kleinen Gruppen und der Schulhof war von lautem Geplapper und Lachen erfüllt. Unsere Aufgabe war es in diesem Jahr, die Investitionen zu begutachten und wir konnten mit sehr guten Ergebnissen zurückkehren. Das Center verfügt nun über 2 weitere Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Litern und das Verwaltungsgebäude nebst Sanitätsstation ist erstellt. Hier fehlt nun noch die Inneneinrichtung. Den Ausbau der Sanitätsstation voranzutreiben ist dringend notwendig. Bislang muss die Schulsanitäterin, eine ausgebildete Krankenschwester, unter sehr eingeschränkten Bedingungen arbeiten. Es fehlt ein eigener Raum, in dem die verletzten oder kranken Kinder versorgt werden können.
Wir konnten feststellen, dass sich durch die direkte Erstversorgung und die Kooperation mit dem Krankenhaus in Kalisizo der Gesundheitszustand der Kinder erheblich verbessert hat. Zu Beginn des Schuljahres wurden alle Kinder vom Arzt untersucht und bei allen Kindern wurde eine Wurmkur durchgeführt.
Georg, im Nebenberuf Marathonläufer, war in diesem Jahr als Trainer sehr begehrt und konnte einige ausgiebige Läufe mit seinem Laufschüler Andrew absolvieren. Der Kommentar von Andrew vor seinem 2. Lauf zu seinen Kollegen: "Betet für mich, dieser alte Mann ist verrückt, der rennt durch ohne zu trinken und zu stoppen".
Zufrieden konnten wir am 14. Februar das Center verlassen und uns auf den Heimweg ins kalte Deutschland begeben.